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Osteuropa per Rad

Radreise durch die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Moldawien und Bulgarien

2.283 km von Bratislava entlang der Donau, dann zum Plattensee in Ungarn, ostwärts quer durch Ungarn und Rumänien in die Karpaten und weiter nach Moldawien in die Hauptstadt Chisinau, Richtung Süden zum Schwarzen Meer wieder nach Rumänien und weiter bis nach Varna in Bulgarien.


Reiseroute

Daten

16.07. - 17.08.2017 / 33 Tage

2.283 km

13.566 Höhenmeter

Höchster geradelter Punkt: 1.287 m

Reisebericht

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Fotogalerie


Bericht

Slowakei

(68 km, 80 Höhenmeter) Nachdem wir mit dem Rad 23 km zum Flughafen Köln/Bonn gefahren waren, luden wir sie dort auf den Heckträger an einem FlixBus und rollten über Nacht via Wien nach Bratislava in der Slowakei. Ein Tag Sightseeing genügte uns und wir radelten los, immer entlang der Donau. Für einen halben Tag waren wir mit Dries aus Belgien unterwegs, für ihn gings weiter entlang der Donau Richtung Asien.Wir bogen bei Györ nach Süden ab, indem wir die Donau und damit die Grenze nach Ungarn überquerten.

Ungarn

(641 km, 1.725 Höhenmeter, höchster geradelter Punkt: 447 m) Wir radelten zum Balaton, dem Plattensee. Es gab einen schönen Radweg einmal um den ganzen See, wir begnügten uns nach einer Nacht in Balatonfüred mit einigen Kilometern von diesem Radweg und setzten auf der Tihany-Halbinsel mit der Fähre auf die andere Seite über. In Siofok war wegen Hochsaison alles voll und teuer, also machten wir uns nach einem Strandtag und einer Nacht auf den Weg nach Osten. Viel zu sehen gab es auf dem Weg zur rumänischen Grenze nicht. Dem Verkehr konnten wir meistens ausweichen, aber es gab nur endlose Sonnenblumen- oder Getreidefelder um uns herum.

Rumänien I

(821 km, 5.913 Höhenmeter, höchster geradelter Punkt: 1.287 m) Bei Horea überquerten wir die Grenze und radelten über Satu Mare und Negresti-Oas Richtung Nordwesten und eng an der Grenze zur Ukraine entlang nach Sighetu Marmatiei, von wo aus wir der Straße der berühmten Holzkirchen nach Sacel folgten. Von da an gings südwärts über Ausläufer der Karpaten rauf auf 825 m und runter zu einer Pizza in Bistritz. Südlich von Bistritz gings erst asphaltiert, dann aber anstrengend auf Schotter auf und ab durch sehr schönes, abgelegenes, hügeliges Weide- und Grasland nach Reghin. Von Targu Mures aus nahmen wir einen Bus nach Sighisoara, eine bekannte sehr schöne Altstadt, in der gerade ein Mittelalter-Festival stattfand. Zurück mit dem Bus sattelten wir wieder die Fahrräder und radelten nach Osten tiefer in die Karpaten bergauf nach Sovata, wo wir natürlich in den berühmten und daher auch völlig überlaufenen Bärensee sprangen, einem natürlichen Salzsee, idyllisch gelegen mitten in bewaldeter Gebirgslandschaft. Am nächsten Tag gings erst wieder runter und dann über den höchsten Pass der Reise auf 1.287 m, nach weiterem Auf und Ab landeten wir in Lacu Rosu, einem See (ohne Salz), auch sehr idyllisch in bewaldetem Gebirge gelegen und auch hoffnungslos von Touristen überlaufen, die alle mit dem Ruder- oder Tretboot den See erkunden oder in einem der zahllosen Lokale essen und trinken wollen. Wir begnügten uns mit einem Spaziergang am See und einem leckeren, typisch rumänischen Menu.

Am nächsten Tag gings mit dem Fahrrad durch die imposante Bicaz-Schlucht, vorbei an steilen Felswänden immer dem Fluss folgend. So rollten wir durch beeindruckende Landschaft immer weiter bergab und wieder hinaus aus den Karpaten. Über Hauptstraßen rollten wir gezwungenermaßen im Zick-Zack bis zur Grenze zu Moldawien.

Moldawien

(262 km, 2.673 Höhenmeter, höchster geradelter Punkt: 306 m) Freundlich wurden wir per Handschlag von zwei Polizisten hinter der Grenze begrüßt. Allzu oft kamen hier vermutlich keine Reiseradler vorbei. Bei 37 Grad im Schatten gings anstrengend ohne Schatten teils steil bergauf und bergab über später auch stark befahrene Straßen in die Hauptstadt Chisinau. Unser vorab gebuchtes "Deluxe BonApart Hotel" war alles andere als deluxe! Erst hatte man trotz Buchung kein Zimmer, dann nach ewigem Warten doch, aber es diente gleichzeitig als Stundenhotel und dementsprechend laut war es auch nachts. Ein echter Reinfall! Der Rest der Stadt jedoch war ganz schön: breite Straßen, Parks und Cafés.

Mit einem Minibus fuhren wir am nächsten Tag zum Höhlenkloster Orheiul Vechi. In schöner Umgebung war das kleine Kloster in eine Höhle mitten in eine Steilwand geschlagen worden, zugänglich durch einen langen Gang von hinten. Wir verbrachten einige Stunden in der Gegend, bevor es wieder zurückging. Am Tag darauf gings mit dem Bus nach Tiraspol, der Hauptstadt der selbsternannten Republik Transnistrien, die eigentlich von niemandem anerkannt wurde, aber ihre eigene Grenze und eine eigene Währung hatte, mit der man aber außerhalb von Transnistrien nichts anfangen konnte. Wir schlenderten durch die Hauptstadt, gingen an den kleinen Strand am Fluss und fuhren dann abends mit dem Bus zurück.

Wir radelten wieder südwestwärts aus der Stadt in den Süden von Moldawien mit einer Nacht in Cahul, bevor es wieder über die Grenze nach Rumänien ging.

Rumänien II

(365 km, 2.202 Höhenmeter, höchster geradelter Punkt: 265 m) Wir radelten weiter nach Süden. Hier in Rumänien war die Versorgung an der Straße wieder etwas besser als in Moldawien, wo es nur in der Nähe größerer Orte Läden gegeben hatte. In Galati setzten wir mit der Fähre über die Donau und überquerten den Fluss damit ein drittes und letztes Mal. Über Macin gings Richtung Küste und das letzte Stück mit Hilfe des GPS über Felder nach Vadu, wo wir, nachdem wir ein kleines Zimmer bezogen hatten, erst mal mit den Rädern zum nahen Strand fuhren! Endlich am Schwarzen Meer! Wir sprangen ins Wasser und legten uns in die Sonne, worauf wir uns in den letzten Tagen und Wochen schon öfter gefreut hatten! 

Dann gings entlang der Küste weiter nach Süden nach Mammaia. Es war nicht so zugebaut und auf Pauschaltouristen zugeschnitten, wie es später in Bulgarien sein würde, aber die Bauaktivitäten ließen erahnen, dass man sich Bulgarien als Vorbild genommen haben könnte. Trotzdem genossen wir zwei Tage am Strand, bevor wir weiter über Constanta nach Eforie Nord radelten. Auch hier verbrachten wir zwei schöne Tage mit schwimmen, am Strand liegen und mit ausgedehnten Erkundungen der Strände vor allem in südlicher Richtung. Es war überall sehr voll mit überwiegend rumänischen Touristen, so dass wir kurz vor der Grenze nicht wie geplant noch einen Stop einlegten, sondern weiter über die Grenze nach Bulgarien fuhren.

Bulgarien

(104 km, 904 Höhenmeter, höchster geradelter Punkt: 160 m) Die Hauptstraße führte weit entfernt vom Meer nach Süden, ohne dass es auch nur annähernd irgendeine Alternative gegeben hätte, so dass wir die Fahrrad-Verboten-Schilder mit einem verständnislosen Kopfschütteln ignorierten und der Hauptstraße folgten. In Ungarn hatte es derartige Schilder auch schon gegeben, aber zumeist nur auf gut ausgebauten Fernstraßen, die dann auch für Radler eine akzeptable und meist auch angenehmere Alternative boten. Aber so oder so interessierten die Schilder weder in Ungarn noch hier irgendjemanden, die Polizei eingeschlossen. So waren wir schnell in Kawarna, wo wir zum zweiten Mal auf dieser Reise an ein Hotel gerieten, das man besser nicht bucht. Im Rai Hotel Kavarna gab es trotz bestätigter Buchung kein Zimmer und wir wurden beim berechtigten Protest sogar tätlich angegriffen, so dass wir die Polizei rufen mussten. Die kannten den Manager des Hotels bereits als aggressiven Schläger. Also auch einer dieser Plätze, auf die man im Urlaub gut verzichten kann!

So machten wir uns nach einer Nacht auf dem Campingplatz auf den Weg zum Goldstrand, wo wir, um auch mal ein Hotel lobend zu erwähnen, im absolut empfehlenswerten Hotel Erma eincheckten. Wir genossen das phänomenale Frühstücksbuffet und statteten dem Strand, dem Bierkönig und dem Mega-Park einen Besuch ab und ließen es uns einfach gut gehen! Nach zwei Tagen gings dann aber zum letzten Mal aufs Rad. Wir pedalten die letzten Kilometer bis nach Varna, wo wir noch zwei Tage die Sonne und das Meer am Strand genossen, durch die Stadt streiften, Radkartons besorgten und abends am Strand essen und in Strandbars gingen.

Dann ließen wir uns und unsere verpackten Räder mit einem Shuttle zum Flughafen bringen und in der Nacht gings dann mit dem Flieger zurück zum Flughafen Köln/Bonn, wo es leider einfach viel zu kalt war. Schön war´s gewesen!


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