Verwendete und empfohlene Bücher und Landkarten (versandkostenfrei!):
Bali (08.08. - 14.08.2005, 7 Tage,
251 km)
Auf Bali radelten wir dann gemeinsam los von Kuta aus in den Norden,
wo man als Tourist noch eine Attraktion ist. Nicht nur auf Bali faehrt
man durch Spaliere von Hunderten von "Hello Mister" schreienden
Kindern und lachenden und gruessenden Erwachsenen. Man ist also fast ununterbrochen
am gruessen. Von schoenen Reisterassen und Tempelbauten im Inland von
Bali ging es dann an der Nordkueste nach Osten, wo ich am Wrack der USS
Liberty tauchen ging.
Lombok (14.08. - 21.08.2005,
8 Tage, 295 km)
Dann gings mit der Faehre nach Lombok, wo ich erst den Suedwesten erkundete
und wir dann Aurore und Loic, Radler aus Frankreich,
trafen, die uebrigens die ersten und bislang einzigen Reiseradler waren,
die wir in Indonesien trafen. Seitdem radeln, schwitzen und gruessten wir zu Viert.
Zusammen charterten wir ein kleines Boot um auf die kleine Insel Gili
Air ueberzusetzen. Dort, ohne Strassen, Autos oder Mopeds, haben wir
2 Tage Pause mit Schnorcheln und Erholen verbracht. Eigentlich wollten
wir dann auf den Vulkan Mount Rinjani wandern, was aber 3 Tage und 2
Naechte gedauert haette. Leider haben wir das dann schweren Herzens
aus Zeitgruenden nicht gemacht. Stattdessen gings dann weiter an der
Nordkueste bis nach Anyar, wo wir aufgrund nicht vorhandener Unterkunftsmoeglichkeiten
in der Polizeistation im Buero (wenn man das so nennen will...) uebernachten
konnten. Das fuehrte zu einem tollen Abend mit den Polizisten, einigen
anderen aus dem Dorf und Brem (Reiswein...). Spaeter gings noch zu einem
traditionellen Sasak-Tanz.
Sumbawa (21.08. - 26.08.2005,
6 Tage, 420 km)
Einige Tage spaeter setzten wir dann mit der Faehre nach Sumbawa ueber,
wo wir in Sumbawa Besar, dem Hauptort der Insel, Mr. Syamsun kennenlernten,
ein Lehrer an der oeffentlichen Secondary School, der auch eine eigene
kleine private Schule fuer Sprachen und Computer aufgebaut hatte. Und
in die lud er uns dann auch gleich ein. So uebernahmen wir zu Viert
gleich die erste Englischstunde. Spaeter wurden wir dann noch
zu seiner Familie eingeladen, so dass es mal wieder spaeter wurde.
Am naechsten Morgen um 7 Uhr gings dann zur oeffentlichen Schule und
seitdem koennen wir erahnen, wie es sein muss, ein Star zu sein:
In vier Klassen empfing uns Gekreische und Begeisterung. Den Unterricht
legten wir an der gesamten Schule bis 11 Uhr voellig lahm. Wir gaben hunderte
von Autogramme und mussten unzaehlige Gruppen- und Einzelfotos
schiessen, weil jeder ein Foto von sich selbst mit einem von uns haben
wollte, sogar der Direktor der Schule selbst... Irgendwann reichte es uns dann
und wir gingen etwas essen. Das kostete uebrigens umgerechnet
etwa 0,20 EUR bis 0,70 EUR fuer eine ganze warme (oder auch kalte) Mahlzeit.
Ein Doppelzimmer kostete so etwa 2 EUR bis 6 EUR pro Nacht, meist mit
kleinem Fruehstueck.
Komodo (26.08. - 28.08.2005,
3 Tage, 0 km)
Nach zwei weiteren heissen und anstrengenden Tagen durchs Inland von
Sumbawa gings dann mit einer kleinen gecharterten Nussschale nach Komodo,
wo die letzten grossen Warane dieser Erde leben, die Komodo-Warane,
und von da aus dann weiter nach Flores. Diese Fahrt verlief zunaechst
nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten, aber dazu gleich
mehr...
Selamat malam aus Maumere, unserer letzten
Station auf der Blumeninsel Flores. Diese war die bislang schoenste, aber
auch anstrengendste Insel Indonesiens, da es andauernd teilweise unglaublich
steil mit Steigungen von ueber 20% von 0 auf ueber 1.000 m rauf und wieder
runter ging. So wird sie denn auch wegen ihrer Strassenverlaeufe die "Schlangeninsel"
genannt.
Aber jetzt zuerst mal einige Infos
dazu, wie wir nach Flores gelangten:
Nach langwierigen Verhandlungen am Hafen von Sape auf Sumbawa haben
wir uns endlich auf den Preis von 1 Mio. Rupiah (ca. 85 EUR) zu Viert
fuer die dreitaegige Fahrt von Sumbawa ueber Komodo nach Flores geeinigt.
Die Baburdi, etwas altersschwach, klein, und natuerlich ohne richtige
Kajuete, Toilette, Strom, eigentlich ohne alles, also auch ohne so unwichtige
Dinge wie Positionsleuchten oder gar Scheinwerfer oder Navigationsinstrumente,
wurde dann von uns am spaeten Nachmittag, nachdem man uns versichert
hatte, dass die Fahrt auf hoher See auch nachts kein Problem sei, beladen
und bestiegen. Nach stundenlanger Fahrt durch die Nacht und aufgekommenem
Nebel sah das dann aber wohl anders aus. Er koenne den Weg nach Komodo
nicht finden, so unser Kaept'n Masnin. Also kehrten wir wieder um. Doch
auch den Hafen von Sape konnte er nach erneut stundenlanger Fahrt im
Nebel nicht finden. Also hiess es irgendwo Anker werfen, schlafen und
auf den Sonnenaufgang warten. Um 4.00 Uhr gings dann wieder los, erneut
Richtung Komodo, das wir dann nach knapp 12 Stunden Fahrt (angekuendigt
war eine Fahrzeit von 6 Stunden...) in bruetender Hitze erreichten.
Schwankenden Schrittes erkundeten wir mit einem Ranger einen Teil der
doch sehr grossen und weitlaeufigen Insel, die quasi vollstaendig Nationalpark
ist und auf der sich die Komodo-Warane, die letzten Riesenechsen dieser
Erde, frei bewegen koennen. Etwa 1.600 gibt es noch. Wir hatten das
Glueck, vier davon zu entdecken und ganz aus der Naehe betrachten
zu koennen. Unglaublich beeindruckend und unvergesslich!
Flores (28.08. - 10.09.2005,
14 Tage, 641 km)
Am naechsten Morgen, nach einem ausgiebigen Schnorchelstop am Pantai
merah (Red Beach), einem Traumstrand auf Komodo mit unfassbarem Korallen-
und Fischreichtum ging es dann mit der Baburdi weiter nach Flores. Nach
ca. 7 Stunden erreichten wir den Hafen von Labuhan Bajo und verabschiedeten
uns von Masnin, Saridin, Dean und der Baburdi. Dummerweise gabs am naechsten
Tag ein Nationalfest, so dass alle Unterkuenfte restlos ausgebucht waren.
Weiter fahren konnten wir auch nicht mehr, doch zum Glueck lud uns Augustus
zu seiner Familie nach Hause ein. Umgeben von pausenlos neuem
Besuch, einer mehrkoepfigen Rasselbande und mit Spitzenverkoestigung
von Juliana, Augustus' Frau, blieben wir gleich zwei Tage lang, um
uns am naechsten Tag Caci, einen traditionellen Kampftanz der Manggarai,
der zwei volle Tage von morgens bis abends andauerte, anzusehen. Ein
ungewoehnliches Erlebnis, da das natuerlich keine fuer Touristen inszenierte Veranstaltung
war, sondern fesselnde aber auch blutige Tradition, bei der wir
die einzigen Auslaender weit und breit waren.
Dann ging es aber weiter Richtung Osten, doch schon nach 5 km passierte
das, was bei dem sonst eher chaotisch durchschaubaren Verkehr nicht
unbedingt zu erwarten gewesen waere: Ich werde von einem Motorrad
angefahren!!! Doch ausser einer geprellten Hand, einigen leichten Schuerfwunden
und einem gebrochenen Aussenspiegel war zum Glueck nichts weiter passiert!
Mit teilweise unfassbar steilen Teilstrecken mit Steigungen ueber 20%
gings dann die naechsten Tage rauf und runter, anstrengend, aber schoene
Ausblicke. In den Orten ueber 1.000 m war es dann nachts doch ungewohnt
kuehl.
Einige Tage spaeter in Nagaroro an der Suedkueste Flores trafen wir
auf Margarete, eine streng glaeubige Katholikin, die uns in ihr Haus
einlud.
Trotz mehrfacher Versicherungen unsererseits, dass wir natuerlich alle verheiratet
seien und in einem Zimmer schlafen koennten,
duldete sie keine Widerrede und verfrachtete Maennlein und Weiblein voneinander
getrennt in zwei Zimmer... Aber nicht nur, dass sie unheimlich nett
und gutmuetig war, sie konnte auch unglaublich gut kochen und so sassen
wir sowohl am Abend, als auch am naechsten Morgen wahren Bergen koestlichen
Essens.
Natuerlich bedankten wir uns, so wie bei allen bisherigen Einladungen,
wie es sich gehoert mit einem Gastgeschenk. Auf schoener
Strecke gings ueber "Ende" weiter nach Moni am Mount Kelimutu mit den drei Kraterseen mit verschiedenen Farben, die sich auch immer
wieder unvorhersagbar aendern. Zur der Zeit waren sie schwarz, braun und
tuerkisgruen.
Um in den Genuss eines Sonnenaufgangs auf dem Gipfel zu kommen, machten
wir uns nachts um 2.00 Uhr im Dunkeln mit unseren Raedern auf den Weg
die 14 km lange Serpentinenstrasse hinauf und einen halbstuendigen Fussmarsch
auf den Gipfel. Natuerlich waren wir viel zu frueh, dafuer aber die
Ersten...
Wunderschoen wurde es langsam hell und die drei Kraterseen direkt unter
uns wurden langsam sichtbar. Nach vielen Fotos gings zurueck zum Bungalow,
denn der Wasserfall mit natuerlichem Pool wartete schon auf uns. Hier
trafen wir auf Sandra und Louis aus Holland, die fuer einen Monat durch
Flores radelten.
Unverhofft sahen wir uns dann am naechsten Tag in Paga Beach wieder, einer
winzigen und einfachen Bungalowansammlung direkt am Meer gelegen.
Gleich zweimal bekamen wir dort den besten Ikan Bakar (gegrillten Fisch),
den wir jemals gegessen hatten!
So blieben wir noch einen Tag laenger
zum Relaxen und dann gings nach Maumere, wo wir die Faehre nach Surabaya
auf Java nehmen wollten und wo wir hofften, dann eine weitere Faehre nach
Sumatra zu finden. So hiess es also Abschied nehmen von Aurore
und Loic, die in drei Tagen ueber Bali weiter nach Vietnam fliegen
wuerden. Es war eine schoene Zeit!
Java (12.09. - 15.09.2005, 4 Tage,
38 km)
Fuer drei Tage und zwei Naechte war die Faehre von Maumere auf Flores
nach Surabaya auf Java fuer Steffi und mich unser Zuhause. Wider Erwarten sogar mit einem Liegeplatz
in einem Schlafsaal und drei Mal taeglich einer kargen Mahlzeit. In Surabaya
gings dann am naechsten Tag gemeinsam zum Bahnhof und mit dem Zug ueber Nacht dreizehneinhalb
Stunden nach Jakarta.
Sumatra (17.09. - 28.09.2005,
12 Tage, 962 km)
Einen weiteren Tag spaeter bestiegen wir in der Hauptstadt die ziemlich
heruntergekommene PELNI-Faehre KM Lawit, die uns innerhalb von zwei
Tagen und zwei Naechten nach Padang an der Westkueste Sumatras brachte.
Waeren es nur die Kakerlaken gewesen, die in buchstaeblich jeder erdenklichen Groesse pausenlos
und ueberall an Bord herumliefen, dann waere es ja noch ertraeglich
gewesen. Jedoch verstopfte und ueberschwemmte Toiletten, nicht vorhandene
Waschmoeglichkeiten, Muellberge und Latrinengestank ueberall sowie zerfressene
Matratzen machten die Schiffsfahrt zu einem eher zweifelhaften Vergnuegen.
Aber auch das ging vorbei und so sassen wir genau sieben Tage, nachdem
wir auf Flores mit der Faehre gen Westen gestartet waren, wieder im
Sattel.
Von nun an gings zu zweit durch unberuehrte
Regenwaelder, die Luft war erfuellt von zahllosen unbekannten Geraeuschen,
wir sahen ueberall Tiger, Schlangen, Sumatra-Nashoerner und viele seltene
Blumen in allen erdenklichen Farben...
Tja, also irgendwo zwischen dieser ziemlich naiven Vorstellung von Sumatra
und der Realitaet lagen unsere Erwartungen. So war es denn deutlich
gruener und feuchter als auf den bisherigen Inseln, aber exotische Tiere
und Pflanzen haben wir quasi keine gesehen. Unberuehrt sind auf Sumatra
fast nur noch geschuetzte Reservate. So fuhren wir denn auf dem Trans-Sumatra-Highway
Richtung Norden hinauf auf ueber 1.000 m Hoehe ins Inland. Allein mit
der Natur war man allerdings nie, da der Highway fast durchweg durch
bewohnte Gebiete und Staedte verlief. Ueber Bukittinggi gings am zweiten
Tag in Hitze und subtropischem Klima weiter nach Norden und auf einmal
waren es nur noch 100 m, die wir in Erwartung des grossen Augenblickes
langsam ausrollen liessen. Dann war es soweit: Wir ueberquerten mit
unseren Raedern den Aequator! Wer sich mal
die Weltkarte zur Hand nimmt, wird feststellen, dass es gar nicht so
viele Strassen gibt, auf denen das moeglich ist und es sollte noch sehr lange dauern, bis ich ihn das naechste Mal auf dieser Reise ueberqueren wuerde. Nach langwierigen Verhandlungen
erstanden wir zwei Erinnerungs-T-Shirts und ab dann gings auf der Nordhalbkugel
der Erde weiter.
Am naechsten Tag gingen wir zu Fuss durch Primaerdschungel im Rimbo
Panti Reserve. Aber so richtiges Dschungeltrekking wie wir es uns vorgestellt
hatten, war es leider nicht. Bis auf ein paar Affen und Haufen von Muecken
gabs nicht allzuviel zu sehen. Fuer die Natur wahrscheinlich auch besser
so...
Unser naechstes Ziel war dann der Toba-See
mit der Insel Samosir. Nach anstrengenden Tagen durch die Berge lag
er dann endlich unter uns auf knapp 1.000 m Hoehe. Mit einem kleinen
Boot gings auf Samosir Island, auf der von der einst grossen Travellerszene
nicht mehr viel geblieben war. Im Hauptort Tuk Tuk reihten sich leer stehende
und langsam verfallende Unterkuenfte aneinander. Schnell war daher eines
der traditionellen Batak-Haeuser, die unter anderem als ortstypische
Unterkuenfte angeboten werden, fuer uns gefunden. Sehr urig! Frueh am
naechsten Morgen nahmen wir die 130 km lange, die Insel umrundende Strasse
in Angriff. Doch es sollte zur Tortur werden.
Bis auf ueber 1.500 m kaempften wir uns auf uebelster Kiesbettpiste,
fuer normale Fahrzeuge quasi nicht befahrbar, in steilen Kehren hinauf.
Teils mit Schieben gings durch Schlammloecher, Matsch und auf flussbettaehnlicher
Strecke im Schneckentempo bergauf und bergab, so dass wir erst am spaeten
Nachmittag voellig fertig wieder auf Asphalt trafen. Schlamm verschmiert
gings zwei Tage spaeter mit dem Boot zurueck nach Parapat und in zwei
weiteren Tagen durch endlose Palmplantagen die letzten unserer 1.000
Sumatra-Kilometer bergab nach Tanjungbalai an der Ostkueste.
Noch ein kurzer Schock, als man uns
weismachen wollte, dass wir nur 200 km weiter noerdlich ausreisen koennten,
doch nachdem wir auch das geklaert hatten, gings dann am naechsten Tag
mit einem Passagierboot nach Port Klang, dem Hafen von Malaysias Hauptstadt
Kuala Lumpur.
Nach nun fast zwei Monaten Indonesien,
waehrend derer ich zahllose unendlich freundliche und offene Menschen
kennenlernte, dabei aber doch ununterbrochen das Ereignis des
Monats oder sogar Jahres war, freute ich mich nun doch auf Malaysia.
Selamat tinggal Indonesia, ganz bestimmt komme ich irgendwann mal wieder!