Tag 4: 06.09.03
Um 9.15 Uhr brechen wir auf und fahren auf der N247 weiter Richtung Norden. Auf den Abstecher zum Cabo Carvoeiro verzichten wir und fahren stattdessen rechts auf die IP6 Richtung Inland. Viel Verkehr und schlechte Luft durch Abgase begleiten uns auch, als wir durch die Großräume Obidos und Caldas da Rainha fahren. Eine Burg hätte man besichtigen können, doch wir wollen endlich raus aus dem Verkehr und so biegen wir ab Richtung Foz do Arelho zurück an die Küste. Machen wir eine kleine Pause an wunderschönem Sandstrand in einer kleinen Bucht.

Leider ist das Wasser sehr weit entfernt und wir wollen die Räder aufgrund der doch ziemlich belebten Promenade nicht unbeaufsichtigt an der Straße stehen lassen, so dass wir auf einen Sprung in die Wellen verzichten müssen. Nach einer kurzen Pause machen wir uns also weiter auf den Weg Richtung Norden und müssen bei einem zwar relativ kurzen aber extrem steilen Stück kräftig in die Pedale treten, so dass wir in der Hitze ordentlich ins Schwitzen kommen. Doch es sollte noch schlimmer kommen, denn in Nazaré soll heute Abend der große Stierkampf stattfinden, der schon in weitem Umkreis auf Plakaten beworben wurde. Dementsprechend dicht ist der Verkehr. Durch viel Trubel fahren wir in brütender Hitze erst einmal hinunter ins Zentrum, in der Erwartung, dort den Campingplatz zu finden, denn an ein wildes Plätzchen ist auch diesen Abend nicht im mindesten zu denken. Doch wir sind falsch gefahren und so müssen wir uns kräftig wieder bergauf mühen und im Schritttempo durch stockenden Verkehr Richtung Norden stadtauswärts kämpfen. Die Steigung mitten durch den Ort hat es wirklich in sich und bringt uns mächtig aus der Puste. Auf dem höchsten Punkt finden wir dann endlich den Campingplatz, der zwar teuer, aber doch ganz schön in einem Pinienwald gelegen ist.

Nach 77 km dichtem Verkehr stellen wir endgültig fest, dass das nicht das ist, was wir uns von Portugal versprochen hatten und so hoffen wir, wenn wir nun in den nördlicheren Teil fahren und endlich die dichter besiedelten Gebiete verlassen, auf Besserung. Ein kaltes Bier aus der Bar des Campingplatzes spült den Staub des heutigen Tages die Kehle runter und wir liegen früh im Zelt.