Tag 38: 10.10.03
Schon um 6.00 Uhr stehen wir auf und frühstücken noch im Dunkeln. Dann packen wir alles zusammen und um 8.00 Uhr starten wir bei morgendlichem Berufsverkehr durch die Innenstadt. Es ist sogar etwas neblig und nach gut einer Stunde erreichen wir planmäßig nach 14 km den Flughafen. Nach insgesamt 2.310 km stellen wir unsere Räder für ein letztes Foto vor die Eingangshalle.
Das Gepäck wird umgepackt und die Räder transportfähig umgebaut und eingepackt und wir überlegen schon, ob wir nicht doch den Flug nach Rio de Janeiro, der auf dem Gate neben uns abgeht, nehmen und einfach noch ein paar Runden auf unseren treuen Drahteseln drehen.

Dann heben wir aber doch pünktlich Richtung Heimat ab, drehen noch eine weit geschwungene Kurve über den Atlantik, an dem wir so viele Tage entlang geradelt sind, überfliegen die Berge im Landesinneren, die uns so manchen Schweißausbruch gekostet haben und nehmen so viele Eindrücke von ganz unterschiedlichen Gegenden Portugals mit: die quirlige Großstadt Lissabon, die endlose einsame Atlantikküste im Norden, das wunderschöne bergige Inland nahe der spanischen Grenze, den höchsten Berg Portugals mit seinen Skiliften und endlosen Kurven auf ihn hinauf, das weitläufige Alentejo im südlichen Inland mit seinen Korkeichenwäldern und Olivenhainen, die dicht bebaute östliche und die noch ursprüngliche westliche Algarveküste, die dann wieder einsamen Strände im Südwesten des Landes und nicht zuletzt die netten und gastfreundlichen Menschen, auf deren Gesicht sich immer ein anerkennendes Lächeln einfand, wenn man sich mehr schlecht als recht Mühe gab, einige Brocken Portugiesisch zu sprechen.
Wenig später landen wir am eiskalten herbstlichen Köln-Bonner Flughafen und wären am liebsten gleich wieder zurück geflogen.