5 Wochen Portugal per Rad
03.09. bis 10.10.2003


Tag 3: 05.09.03

Um 11.30 Uhr haben wir unser Zelt abgebaut, unsere Sachen zusammengepackt, die Räder beladen und starten los immer am Wasser entlang Richtung Norden. Die Straße ist hier leider immer noch stärker befahren und führt etwas ins Inland immer wieder kleinere Hügel rauf und runter. Die Sonne brennt inzwischen schon wieder stärker auf uns herunter und wir sind uns einig: Wir wollen an den Strand! In Praia de Santa Cruz treffen wir wieder auf das Meer und wuchten die Räder über den an dieser Stelle relativ weitläufigen Strand entlang bis nah an das Wasser um eine erste Pause direkt an der Brandung liegend zu machen. Als wir die Räder dann wieder zurück auf die Straße gewuchtet haben und einige Meter weiter gefahren sind, trauen wir unseren Augen nicht, als wir doch tatsächlich ein blaues Schild mit einem Fahrrad drauf und einen von der Straße abgetrennten Weg sehen, der doch tatsächlich einen Radweg darstellt. Noch wenige Jahre zuvor hätte kein Radreisender in Portugal uns diese Entdeckung abgenommen, waren doch Radwege etwas völlig unbekanntes in diesem Land, denn ein Fahrrad war höchstens als Transport- und Fortbewegungsmittel für diejenigen gut, die sich kein Auto leisten konnten. Und dann handelte es sich mehr um urzeitliche Stahlrösser als um das, was sich auf mitteleuropäischen Radwegen bewegte. Aber wenige hundert Meter später ist der Spuk auch schon wieder vorbei und es geht weiter am Rand der Fahrbahn.

So fahren wir weiter bis Lourinha, wo ein Schäfersmann mit portugiesischen Redeschwällen freundlich versucht, uns den Weg zum Campingplatz zu erklären. Wir finden diesen dann nach 49 km tatsächlich, allerdings sollte er sich als unser schlechtester Campingplatz aller Zeiten herausstellen, da er nur Platz für insgesamt vier Zelte bot und diese Plätze sich als steinharte Randstreifen zwischen Dauercampern erwiesen und eher klägliche Notplätzchen als tatsächliche Zeltplätze darstellten.

Zeltplatz

Zwar war weit und breit kein ungeschütztes wildes Fleckchen zu finden gewesen, doch im Nachhinein hätten wir uns wohl doch irgendwo am Rand eines Ackers niedergelassen. Doch so bauen wir auf weniger als 2 m Länge unser Zelt auf und zu allem Überfluss bricht auch noch eine der Zeltstangen. Zwar haben wir natürlich eine Reparaturhülse dabei, allerdings sinkt unsere Laune spürbar. Als wir dann endlich im Zelt liegen, startet direkt nebenan die große Grillparty, denn es ist ja Wochenende, so dass man sich als Dauercamper zum feucht-fröhlichen Barbecue am Grillplatz unweit unseres Zeltes trifft. Wir grummeln uns in den Schlaf.



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