Tag 29: 01.10.03
Da es noch immer regnet, brechen wir erst spät das Lager ab. Nach einem kleinen Disput mit dem unverschämten Campingplatzbesitzer aufgrund des überhöhten Preises bei Verweigerung aller Ausstattung des Campingplatzes machen wir uns auf den Weg Richtung Norden. Am Cabo Sardao stellen wir die Räder ab und erkunden die Steilküste zu Fuß, denn endlich hat der Regen sich scheinbar dauerhafter verzogen.

Ein kleiner sandiger Fahrweg führt direkt oben auf den Klippen am Meer entlang und wir entschließen uns, insbesondere da wir noch reichlich Zeit bis Lissabon haben, dort ein wildes Plätzchen für unser Zelt zu suchen und den Rest des Tages einfach nur etwas zu faulenzen.

Nachdem wir einige Kilometer an der Küste entlang gefahren sind finden wir ein geeignetes Plätzchen und bauen unser Zelt mit dem Eingang zum Meer hin, um auch Meerblick zu haben, dort auf. Dies sollte jedoch eine folgenschwere Fehlentscheidung sein, von der wir zu dieser Zeit noch nichts ahnen.

So lesen und dösen wir nach den heutigen nur 19 Radelkilometern den Nachmittag auf unserer Decke und liegen früh im Zelt. Doch nachts beginnt dann das Inferno: Prasselnder Regen, Donner, Blitze und Sturmböen beuteln unser Zelt und drücken die Stangen beängstigend in Schieflage. Wir halten beide von innen gegen und ich muss zwischendurch immer wieder die Heringe, die sich im aufgeweichten und überfluteten Boden nicht mehr halten konnten, neu verankern. Es wird eine anstrengende, nasse und ungemütliche Nacht in Blitzgewitter, Sturzregen und Orkanböen. Hätten wir das Zelt doch nur anders herum aufgebaut, doch diese Einsicht kommt leider zu spät. Erst am frühen Morgen lässt der Sturm nach und wir finden doch noch erschöpft etwas Schlaf.