Tag 22: 24.09.03
Nachdem wir gut ausgeschlafen und dem Strand noch eine kurze Stippvisite verpasst haben, schwingen wir uns wieder auf die Räder und starten gen Westen. Immenses Verkehrsaufkommen und zugebaute Küstenabschnitte begleiten uns auf sehr touristischer und landschaftlich wenig attraktiver Strecke auf dem Seitenstreifen der Hauptstraße, mit dem wir mangels Alternativstrecke Vorlieb nehmen müssen. Der Versuch, zwischendurch über einen Abstecher das Wasser zu erreichen, endet in einem Bungalow-Resort. Den Rest des Weges müsste man zu Fuß zurücklegen, für uns bedeutet das umkehren.
Um den Großraum Faro umgehen zu können, von dem wir uns noch schlimmeren Verkehr versprechen, biegen wir in Olhao nach Norden ab Richtung Estói. Doch da im kommenden Jahr die Fußball Europameisterschaft in Portugal ausgetragen werden soll, macht uns eine gewaltige Großbaustelle einen Strich durch die Rechnung. Denn den Bereich auf der Karte, den wir für unsere Umgehung auserkoren hatten, gibt es so längst nicht mehr. Stattdessen stehen wir vor gesperrten Straßen und Umleitungen, die wohl nur für Autofahrer gedacht sind, da sie ausschließlich alle früher oder später auf die Autobahn führen, um Radfahrer hat sich bei der Planung wohl niemand gekümmert.
So halten wir einfach drauf und fahren kurzerhand mitten in die Baustelle hinein und finden uns so in einem Gewühl von Baumaschinen auf einem gigantischen zukünftigen Parkplatz direkt vor dem neuen Stadion wieder, das sich imposant vor uns erhebt. Man schickt uns hier und dort lang und wir irren über die Baustelle, bis wir endlich das ersehnte Schlupfloch über eine Behelfsbrücke über die angrenzende Autobahn entdecken. Der Schrankenwart blickt uns zwar etwas irritiert an, öffnet die Schranke aber anstandslos. Auf sehr stressiger und verkehrsreicher Strecke fahren wir weiter bis zum Campingplatz in Quarteira, wo wir unsere Räder nach den heutigen nervenaufreibenden 88 km neben dem Zelt abstellen.

Da noch Zeit genug ist, springen wir endlich zum ersten Mal seit der Atlantikküste wieder ins erfrischende Meer und genießen die Nachmittagssonne am Strand, obwohl zu unserer Rechten endlose Hotelburgen die Küste schmücken.

Doch zumindest zu unserer Linken erstrecken sich über einige wenige Kilometer noch unbebaute Küstenstriche.