5 Wochen Portugal per Rad
03.09. bis 10.10.2003


Tag 17: 19.09.03

Früh brechen wir an diesem Morgen auf, denn wir haben beschlossen, in Covilha wenn möglich mit der Bahn ein kleines Stück abzukürzen, das sonst nur auf einer Autobahn zu bewältigen gewesen wäre und die ist für uns natürlich tabu. Ohne den Zug würden wir nur in großen Zick-Zack-Linien gen Süden kommen können. Wir lassen das Frühstück also ausfallen und rollen die restlichen Höhenmeter in rauschender Fahrt abwärts.

Nach kurzer Suche finden wir den Bahnhof in Covilha auf Anhieb. Eine Fahrradmitnahme ist auf dieser Strecke aber, so wie auf nahezu allen Bahnstrecken Portugals, nicht möglich, sagt man uns, doch so leicht lassen wir uns natürlich nicht abwimmeln und versuchen es mit unserem üblichen, meist erfolgreichen Trick, zu behaupten, irgendwo an anderer Stelle der Gesellschaft hätte uns jemand zugesagt, dass eine Mitnahme möglich sei. Das mit einem Lächeln und freundlichen Worten von Steffi vorgetragen, verbunden mit der Schilderung unserer ansonsten „aussichtslosen“ Lage, erweicht auch dieses Mal den Beamten am Schalter und so ruft er schnell einen Kollegen herbei, den Bahnschaffner, der angesichts von Steffis freundlichem Lächeln sofort zustimmt und den Zug, der eigentlich gerade in diesem Moment abfahren sollte, noch warten lässt, bis wir die Räder im Gang des letzten Waggons geparkt haben. Dass die Mitnahme eigentlich nicht erlaubt ist, hat für uns nun sogar den Vorteil, dass es für das Rad auch keinen Tarif gibt, den man berechnen könnte und so fahren die Räder kurzerhand kostenlos mit.

Rio Tejo

Also fahren wir für insgesamt 14,80 EUR von Covilha bis Abrantes an wunderschöner Landschaft entlang, später auch direkt am Rio Tejo, den man auf dieser Strecke nur vom Zug oder vom Boot aus bewundern kann, denn eine Straße oder einen Weg gibt es hier neben den Gleisen nicht. Leider sind auch hier weite Teile verbrannt und verdörrt.

Abrantes

In Abrantes steigen wir wieder auf die Räder, verabschieden uns vom freundlichen Schaffner und machen uns auf den Weg gen Süden, wo die Algarve in der Ferne lockt. Das Land ist nun flacher und so weht ein kräftigerer Wind. Wir fahren vorbei an endlosen Feldern und Weiden, bis es plötzlich passiert: Ein entgegenkommender Lkw, verbunden mit einem uns überholenden Pkw und eine unerwartete kräftige Windböe zwingen mich unerwartet zu einem kleinen Schlenker und auf den Rasen am Standstreifen und Steffi kann hinter mir nicht mehr rechtzeitig ausweichen und bringt uns beide zu Fall. Unser erster und einziger Sturz! Zum Glück kommen wir mit ein paar Schürfwunden und dem Schrecken davon. An den Rädern ist auch nichts passiert.

Alentejo

Etwas vorsichtiger passieren wir die nun folgende Grenze zum Alentejo, dem Land der Korkeichenwälder. An einem lang gestreckten See finden wir nach den heutigen 59 km geschützt zwischen den Büschen am Ufer ein einsames Plätzchen für unser Zelt und verzichten daher auf den Campingplatz, der sich in 4 km Entfernung befinden soll. Abgesehen von einigen Anglern, die wir in einiger Entfernung erkennen können, scheinen wir den gesamten See ganz für uns alleine zu haben.

Zeltplatz

Natürlich nehmen wir erst mal ein erfrischendes Bad und legen uns nach dem Essen noch etwas auf unsere Decke, um die folgende Routenplanung zu besprechen, denn es ist nicht mehr allzu weit bis zur Algarve und wir sind noch nicht ganz sicher, ob wir wirklich bis an die spanische Grenze in den äußersten Osten Portugals fahren sollen. Wir beschließen aber, dass wir es wohl so machen werden, denn die Zeit sollte dazu eigentlich ausreichen. Früh liegen wir auch heute im Zelt.



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