Tag 16: 18.09.03
Um 6.00 Uhr stehen wir auf und packen sofort unsere Sachen zusammen, so dass wir uns kurz vor 7.00 Uhr mit dem ersten Dämmerungslicht bei etwas Wind aber in warmer Luft auf den Weg zur Gipfelstürmung machen. So geht es etwa 3 km lang 300 Höhenmeter bergab und ab dann stetig für den gesamten restlichen Tag bergauf.

So fahren wir Kurve um Kurve immer höher bei quasi freier Straße bis auf 1.375 m Höhe, wo wir nach Sabugueiro abbiegen. Leider müssen wir hier ein hoch gelegenes Tal durchqueren, so dass es leider noch einmal äußerst steil 300 Höhenmeter bergab geht, die dann natürlich erneut bergauf wieder gutgemacht werden wollen. Die Straße wird deutlich steiler und ist insbesondere bei der inzwischen wieder aufgekommenen Bruthitze nur gerade noch so mit einem bepackten Rad bergauf fahrbar. Wir kämpfen uns von Kehre zu Kehre, immer in der Hoffnung, dass es doch nach der Kurve etwas weniger steil weiter gehen möge.

Etwas weiter oben fahren wir an zwei kleineren Stauseen vorbei, wo teilweise stürmische Winde uns fast von der Straße zu schieben drohen. Weit in der Ferne baut sich eine gigantische Rauchsäule von einem erneut ausgebrochenen Waldbrand auf. Für uns heißt es jedoch weiter bergauf fahren.

Nach unzähligen Kurven mit sich immer wieder erneut öffnendem Blick auf die nächsten Anstiege ist der Gipfel schließlich in der Ferne sichtbar. So geht es vorbei an vier Skiliften, die im Winter Portugals einziges Skigebiet bedienen.

Und um 15.00 Uhr ist es dann endlich geschafft, ein erhebendes Gefühl! Wir stehen auf 1.993 m Höhe über dem Meeresspiegel!

Mancher Autofahrer hält uns sicherlich für ziemlich bescheuert… Aber wir wollen die Ankunft nach dem obligatorischen Gipfelfoto mit einem Festmahl im Gipfelrestaurant feiern, doch schlechter Service und schlechtes Essen bei teuren Preisen trüben diese eigentlich wohlverdiente Belohnung. So machen wir uns wieder auf den Weg und fahren auf der anderen Bergseite bergab Richtung Covilha. In rauschender Abfahrt rollen wir Kurve um Kurve vorbei an bizarrer felsiger Bergwelt, müssen an einer Hochebene noch einmal einige Höhenmeter wieder bergauf gutmachen und rollen dann bis hinab auf 1.400 m, wo wir an einem kleinen Bach etwas abseits der Straße nach den heutigen 54 km ein einsames Plätzchen für unser Zelt finden. Es sollte in dieser Höhe unsere kälteste Nacht in Portugal werden, so dass wir unsere Schlafsäcke zum ersten und einzigen Mal sogar schließen mussten.