32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 9: 07.08.02

Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns und wir wollen uns gerade daran machen, unser übliches Frühstück mit Müsli, Kakao und Kaffee zuzubereiten. Dafür bleibt uns natürlich nur unser löslicher Kaffee, der zwar wach macht, aber in puncto Geschmack durchaus noch Wünsche offen lässt. Wir wollen gerade das Wasser heiss machen, da wird uns von unseren Zeltnachbarn, die mit Zelt und Auto unterwegs sind, frischer Filterkaffee aus der mitgebrachten Kaffeemaschine angeboten. Kurzerhand bekommen wir die ganze Thermoskanne in die Hand gedrückt und dazu gibts auch noch Kaffeesahne. Was braucht die morgendliche Radlerseele mehr?

Nach diesem fürstlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg und fahren zunächst die 13 weiter durch den Malandsdalen und dann über Ardal gen Norden. Dort erklimmen wir 325 Höhenmeter und rauschen hinab zum Fisterfjorden. Schnell, schon gegen Mittag, sind wir an der Fähre in Hjelmelandsvagen. Für 36 NOK werden wir hinüber zum weiteren Verlauf der 13 gebracht. Dort geht es dann am Jösenfjorden entlang, der am anderen Ufer zur Rechten einen imposante Kulisse bietet. An seinem Ende wartet ein verhältnismässig kurzer, aber anstrengender Höhenzug, den wir sogar etwas gehetzt hinauftreten, da ein dickes Gewitter sich schon seit einiger Zeit durch entferntes Grollen angekündigt hatte und inzwischen bereits hinter uns lauert. Die ersten schwarzen Wolken schaffen es, uns aufgrund unserer langsamen Bergauffahrt einzuholen und entleeren sich über uns mit ersten vereinzelten Tropfen.

Am Jösenfjorden

Nachdem wir die Höhe gemeistert haben, geht es weiter am Erfjorden entlang und wir schaffen es ganz gut, vor den Wolken herzufahren. So erreichen uns immer nur einzelne Tropfen und da wir davon ausgehen, dass es bis zum Tagesziel in Sand nur noch auf ebener Strecke enlang geht, triumphieren wir bereits, dem Gewitter entgangen zu sein. Doch was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist, dass die letzten 20 km, die auf der Karte am Rande eines Fjordes entlang eingezeichnet sind, stetig bergauf gehen. So kämpfen wir uns die langgezogene Strecke den Berg hinauf, den Lovrafjorden immer zur Linken. Zwar hat sich das Gewitter scheinbar doch dazu entschlossen, uns zu verschonen, doch wir kommen doch ziemlich geschafft am Campinplatz in Sand an, denn wir wähnten den Platz direkt am Wasser. Darauf, dass er stattdessen ganz oben auf dem Berg liegt, waren wir dann nicht mehr eingestellt, so dass wir uns mehr schlecht als recht die letzten der heutigen 73 km bis zum Zeltplatz kämpfen. Der
liegt zwar direkt an der Strasse, kostet aber nur 50 NOK und 5 NOK pro Dusche. Die ersten durch die Wolken brechenden Sonnenstrahlen entschädigen für die Strapaze den Berg herauf und so machen wir es uns bei Reis mit Currysauce am Zelt gemütlich.



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