32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 6: 04.08.02

Gut ausgeschlafen und ausnahmsweise mal endlich zu halbwegs früher Stunde geht es nach Frühstück und Zeltabbau dann gegen 10.00 Uhr zurück über die Hängebrücke und dann links Richtung Arendal.

Uns hat der Süden Norwegens bislang sehr gut gefallen. Nicht umsonst ist dieser Landesteil der, in dem die meisten Norweger selbst Urlaub machen und viele sich ein schmuckes kleines Ferien- oder Wochenendhäuschen gebaut haben. Doch der Süden hat nicht diese beeindruckenden Landschaften wie das "Fjordnorwegen" im Westen des Landes. Es geht zwar auch immer ein wenig bergauf und bergab, doch uns zieht es in die "richtigen" Fjorde und ins Gebirge, kurz: wir haben beschlossen, da wir nur einen Monat Zeit haben für unsere Tour, diese durch eine Passage mit dem Schiff etwas abzukürzen.

Campingplatz Insel Tromöy

Schnell ist das Tourist Office in Arendal gefunden, das klären soll, ob es ein Schiff nach Kristiansand oder Stavanger gibt. Aber es ist Sonntag und es hat geschlossen. Doch die Polizei kann helfen: Ein solches
Schiff gibt es leider nicht, aber einen Bus, der uns nach Kristiansand bringen könnte. Der kommt dann auch eine Stunde später und nimmt uns und unsere Räder problemlos für 250 NOK mit. Wir hätten das ganze auch noch etwas günstiger haben können, denn mit unseren internationalen Studentenausweisen erhalten wir normalerweise Rabatt. Nur an die Ausweise haben wir in der Hektik des Einladens von Gepäck und Rädern gar nicht mehr gedacht. In Kristiansand angekommen, versuchen wir auch hier ein Schiff zu finden, dass uns die Küste entlang nach Westen bringt, doch die Schiffe hier sind nur grosse Fähren mit Ziel Dänemark, Schottland und Schweden, nach Stavanger gibt es keines. So bleibt uns auch diesmal nur der Bus, der uns innerhalb von vier Stunden nach Stavanger bringen soll. In einer Stunde geht es los, für 680 NOK, die ein unerwartet grosses Loch in unsere Reisekasse reissen.

Während der Fahrt entschliessen wir uns, dann doch schon 10 Minuten vor Stavanger in Sandnes auszusteigen, um den dortigen Campingplatz zum Übernachten ansteuern zu können. Da dieser ziemlich zentral mitten in der Stadt liegt, hatten wir uns schon auf ernsthafte Abstriche in puncto Idylle und Sauberkeit gefasst gemacht. Doch das, was uns nach wenigen Minuten erwartet, überrascht uns sehr. Für 80 NOK gibt es bewaldete, hübsche Plätze. Von der nahen Stadt ist nichts zu spüren. Trotzdem wählen wir die grosse Wiese, da sie weniger steinig ist und sich das Zelt so leichter aufbauen lässt. Durch den heutigen "Busfahrtag" bringt es der Tageskilometerzähler heute nur auf 17 km. Dafür aber wartet nun das "echte" Norwegenerlebnis auf uns. Wir sind unheimlich gespannt darauf!



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