32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 4: 02.08.02

So prasselt denn auch die ganze Nacht unser erster norwegischer Regenguss, der auch morgens noch nicht enden will, auf unser Zelt. Also wird doch wieder nichts aus dem frühen Aufstehen, doch eine Mittagshitze, wie in den vergangenen Tagen, wird heute wohl ohnehin nicht zu ertragen sein. So lassen wir es auch heute wieder etwas gemütlicher angehen. "Sonnige zwischen meist bewölkten Abschnitten und Schauer". So steht es im aktuellen Wetterbericht der Tageszeitung, der uns von der netten Besitzerin übersetzt wird. Also warten wir, bis der Regen eine Pause macht und bauen unser Zelt nach einem gemütlichen Frühstück gegen Mittag ab. Zwar bleibt uns weiterer Regen zunächst erspart, doch will sich die Sonne auch nicht so recht blicken lassen. So geht es mit Jacke als Schutz gegen den kühlen Wind auf der 351 Richtung Süden über Hügel und durch Wälder, bis uns der Regen an der Grenze der Telemark zu Aust Agder dann doch erwischt.

Mit ein paar Unterstellpausen geht es weiter nach Öysang, wo eigentlich die Fähre nach Risör ablegen sollte. Doch die fällt heute aus, so sagt uns eine Anwohnerin, denn in Risör findet ein Segelfestival statt, an dem auch sie selbst bereits verdient hat, denn während sie uns dies erzählt, nimmt sie gerade das Schild mit den Preisen für Kaffee, Saft und Waffeln ab, die sie an die am Fähranleger wartenden Festivalgäste vor ihrem Haus verkauft hat. Einer, der auch noch gut verdient heute, ist der Besitzer des Taxi-Bootes, das den Shuttle Service am heutigen Tag für die Fähre übernommen hat und eine knappe Stunde später eintrifft. Das Boot spuckt eine erstaunlich grosse Zahl an Rückkehrern vom Festival aus und dann stehen wir beide allein als einzige Kunden vor ihm. Die Summe, die er auf Nachfragen als Preis für die Überfahrt nennt, ist happig: 150 NOK soll uns der Spass kosten. Doch weil wir allein sind und er angesichts weiterer wartender Festivalgäste in Risör schnell wieder ablegen will, bietet er uns auf unsere Frage, ob er es auch etwas billiger machen könnte, nach einigem Zögern doch die Fahrt für 100 NOK an. Also abgemacht!

Landschaft in der Telemark

Risör ist sehr schön und die Holzyachten vom Festival auch, doch es fängt wieder an zu regnen und so schieben wir unsere Räder durch die Mengen in Richtung Ortsausgang und fahren weiter auf der 416 entlang des Sörfjordens Richtung auf der Karte als Tagesziel ausgewähltem Campingplatz. Doch eine kurze Unterstellpause eröffnet den Blick auf einen gemähten Weg den Hang hinab durch zwei Felsmassive. Wir folgen ihm zunächst zu Fuss. Er führt direkt an einen idyllischen Grasplatz am Fjord und unsere Entscheidung steht schnell: Der erste wilde Zeltplatz dieser Tour ist gefunden! Nach langem Warten, ob der Regen denn nicht doch eine Pause machen will, um uns einen trockenen Zeltaufbau zu ermöglichen, bauen wir es dann doch im Regen auf und bereiten uns ein üppiges Abendessen. Schon früh legen wir uns, trotz der Anzeige des Tachos von nur 31 km Tagesleistung ziemlich müde gegen 21 Uhr schlafen, um am nächsten Morgen dann endlich einmal früh zu starten.



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