32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 28: 26.08.02

An diesem Morgen ist es ziemlich kalt. Zwar scheint die Sonne, aber wir müssen uns zum Frühstück an der Sitzgruppe doch recht warm anziehen. Nach kurzer Zeit haben wir das Zelt abgebaut und machen uns wieder auf den Weg. Es geht weitere 10 km bergab bis nach Dokka, wo wir an einem Supermarkt erst einmal unsere Vorräte aufstocken. Nachdem alles in den Packtaschen verstaut ist, fahren wir weiter und kommen endlich an einem Briefkasten vorbei, so dass die Postkarten, die wir seit einigen Tagen durch Norwegen fahren, schliesslich doch noch auf den Weg nach Deutschland gehen können.

Weiter geht es auf die 245 Richtung Süden. Die Strecke führt am Randsfjorden entlang, einem langgestreckten See, und ist zwar nahezu ohne Verkehr, dafür aber sehr hügelig. Sie verläuft meist weit entfernt vom Seeufer und wir haben so in praller Sonne nur von weitem einen Blick auf das erfrischende Nass. Wahrscheinlich sind wir nur verwöhnt von den imposanten Landschaften, durch die wir in den letzten Wochen geradelt sind, aber bei dieser Strecke heute sind wir uns beide einig: sie ist wirklich etwas langweilig. Wir passieren die schöne Kirche in Skute und nach einer kurzen Rast fahren wir weiter immer entlang am nördlichen Teil des Sees. Dieser macht etwa in seiner Mitte bei dem kleinen Ort Sörum einen S-förmigen Bogen, an den sich dann ein dem nördlichen Teil fast gleichender südlicher, ebenfalls langgestreckter Teil anschliesst. Diesen Bogen erreichen wir gegen Abend und dort suchen wir nach einem Platz für unser Zelt.

Kirche in Skute

Die Strasse führt hier direkt am Wasser entlang, aber das Ufer ist sehr klein und bietet nirgendwo eine Möglichkeit, unser Zelt aufzubauen. Als wir den Bogen bereits vollständig durchfahren haben, kehren wir um, denn wir waren an einem kleinen Bootsanleger vorbei gekommen, den wir noch am ehesten für geeignet gehalten hatten. Wieder dort angekommen, begutachten wir ihn genauer und entscheiden uns nach den heutigen 63 km , hier zu bleiben. Der Anleger ist schon etwas altersschwach und die Konstruktion hat wohl schon seit
längerem keinem Boot mehr beim Anlegen gedient. Ein winziges Stück Rasen daneben reicht gerade aus für unser Zelt. So ergattern wir noch ein paar letzte Sonnenstrahlen, erheitern ein paar vorbeikommende Kinder, die sich scheinbar wundern, warum wir an dem alten Bootsanleger zelten und liegen früh in unseren Schlafsäcken.

So langsam rückt das Ende unserer Tour näher und immer öfter denken wir wehmütig daran, bald wieder ins Flugzeug steigen zu müssen. Wir erzählen noch etwas und sinken mit dem leichten Geplätscher, das die Wellen nur wenige Meter unterhalb unseres Zeltes beim Treffen auf das Seeufer verursachen, schnell in den Schlaf.



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