32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 22: 20.08.02

Ein starker Wind und leichter Regen begrüssen uns an diesem Morgen und so stehen wir erst spät auf. Wir frühstücken zum letzten Mal gemeinsam und fahren noch einige hundert Meter zum Supermarkt. Nachdem wir uns alle drei mit neuem Proviant versorgt haben, heisst es Abschied nehmen. Es waren nur ein paar Tage, die wir gemeinsam verbracht haben, aber jetzt kommt es uns fast vor, als ob wir schon ewig miteinander unterwegs gewesen wären. Wir haben uns ganz toll verstanden und das gemeinsame Radeln hat unheimlich Spass gemacht. Natürlich haben wir unsere Adressen ausgetauscht und hoffen, uns vielleicht einmal wiederzusehen. Der Abschied fällt uns nicht leicht und so machen wir es kurz. Volker steigt auf sein Rad und fährt los in Richtung Trondheim. "Gute Fahrt und vielen Dank für ein paar schöne Tage", denken wir uns.

Er schaut nicht mehr zurück und so fahren auch wir los, in die entgegengesetzte Richtung. Auf der E136, einer der grösseren Fernstrassen Norwegens, hatten wir mit stärkerem Verkehr gerechnet, doch wir haben Glück und nur wenige LKW´s preschen an uns vorbei, so dass wir sogar meist nebeneinander fahren können. Der Regen hat zwar inzwischen aufgehört, aber es ist noch immer stark bewölkt und sehr windig, als wir auf den Eingang eines Tunnels zufahren. Er ist 6.594 m lang und damit der längste Tunnel unserer Tour, den wir selbst auf dem Rad durchfahren. Schon nach kurzer Zeit fahren wir unter den ersten Turbinen, die die Abgase nach aussen pumpen hindurch und können unser eigenes Wort kaum noch verstehen. Die Strecke zieht sich, doch nach etwa 20 Minuten haben wir es geschafft und erblicken wieder das Tageslicht.

Lager im Naeremstindane

Wir fahren am Tresfjorden entlang und biegen an dessen Ende auf eine kleine Strasse ab, um den Weg nach Alesund etwas abzukürzen, denn die E136 macht einen Umweg und führt auf einem grossen Bogen zur Stadt. Die Strasse wird immer steiler und schlechter und bald mühen wir uns auf Schotterbelag den Berg hinauf ins Naeremstindane. So wird es noch einmal unerwartet
anstrengend, doch nach diesen letzten 6 der heutigen 63 km finden wir ein idyllisches Plätzchen für unser Zelt. Direkt an einem Bach auf einer kleinen Lichtung schlagen wir unser Lager auf und waschen uns im eiskalten Bach. Nach den letzten Nächten, in denen es immer recht spät wurde, liegen wir mal wieder früh in unseren Schlafsäcken. Wir nutzen das letzte Tageslicht noch etwas zum lesen und schlafen früh ein.



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