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32 Tage Norwegen per Rad 30.07. bis 30.08.2002 |
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Tag 21: 19.08.02
Früh fahren wir heute los auf der 63 über Sylte in Richtung Trollstigen. Diese berühmte Serpentinenstrasse, die vor einigen Jahrzehnten von Strafgefangenen als Arbeitsbeschaffungsmassnahme errichtet wurde, klebt förmlich an einem Steilhang, der abrupt am Ende eines Tales in die Höhe schiesst. Schon zu Hause hatte ich mich darauf gefreut, diese Strasse mit dem Rad zu fahren und schnell konnten wir auch Volker von dieser Idee begeistern. Zwar werden wir die steilen Spitzkehren aufgrund unserer Routenplanung nicht bergauf, sondern nur bergab fahren, doch die 850 Höhenmeter gilt es natürlich trotzdem zu erklimmen. So radeln wir bei schönem, doch nicht allzu heissen Wetter gemütlich bergauf, denn der Anstieg ist stetig aber moderat. Nach drei Stunden Anstieg durch ein langgestrecktes Tal wird es doch noch einmal steil und wir erklimmen in einigen letzten steileren Kehren den Gipfel des Trollstigen. Oben befindet sich ein grosser Parkplatz und einige Souvenirläden verkaufen natürlich gerade hier erfolgreicher als überall sonst ihre kleinen Trolle, die es in jeder Form und Grösse zu erstehen gibt. Etwas abseits halten wir erst einmal ein Picknick ab und bevor wir uns an die ersehnte Abfahrt machen, müssen 50 mm- und Weitwinkelobjektiv zunächst am Aussichtspunkt für etliche Aufnahmen herhalten. Die Aussicht ist wirklich imposant: Wie winzige Stecknadeln bewegen sich die Autos unten auf der Strasse Kehre um Kehre nach oben und der Blick verliert sich weit bis an den Anfang des Tales. Durch die jahrtausendelangen Bewegungen der Gletscher in der Eiszeit haben sich in diesem, wie in fast allen Fjorden und Tälern Norwegens die Hänge glatt geschliffen und so wirkt es, als schaue man in eine überdimensionale Halfpipe. Die Tage mit Volker waren sehr schön und wir haben uns toll verstanden, doch Volker hat nicht mehr allzuviel Zeit, bis sein Semester in Finnland wieder beginnt und er will mit einem Schiff der Hurtigruten nach Norden hin abkürzen. Dazu muss er zunächst einmal mit dem Rad weiter Richtung Trondheim. Wir hingegen wollen in nordwestliche Richtung nach Alesund, denn auf diese Stadt hatte sich Steffi schon lange gefreut. So werden sich unsere Wege morgen nach dem Frühstück trennen. Doch zunächst machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Platz für unsere Zelte. Wir finden ihn nach den heutigen 62 km direkt am Fluss, der noch türkis vom Gletscherwasser gefärbt ist. Der Sprung ins kühle Nass führt fast zum Herzstillstand und so sind wir genau so schnell wie wir drin waren, auch wieder draussen. Ein Feuerchen wird entzündet und als nur noch die Glut übrig bleibt, kommt unser kleiner Grillrost zum Einsatz. Wir veranstalten ein Festmahl mit Steaks, Fisch, frischem Brot, Kartoffelsalat und Bier und erzählen noch bis Mitternacht, bevor wir in unsere Schlafsäcke kriechen. |
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