32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 19: 17.08.02

Wir frühstücken gemeinsam an diesem Morgen, mal wieder bei schönstem Wetter. Volker fragt uns, ob wir Lust hätten, ein paar Tage zu Dritt weiter zu fahren. Ja, klar, haben wir!

Er ist bereits seit zwei Monaten unterwegs und ist in dieser Zeit von Finnland über das Baltikum durch Estland und Litauen und dann nach Deutschland geradelt. Von dort aus ist er nun auf dem Rückweg über Dänemark nach Norwegen durch die Hardangervidda gefahren und nun haben wir zumindest die gleiche Richtung als Ziel: Norden. Wir beschliessen, um uns einen ganzen Tag E39-Fernstrassen-Radlerei zu ersparen, diesen Streckenabschnitt mit dem Bus abzukürzen. So radeln wir die letzten Kilometer bis Förde und nehmen dort den Bus nach Innvik. Dort steigen wir nach 2 Stunden, jeder von uns um 146 NOK erleichtert, aus und ärgern uns über die Höhe des Preises, den wir uns anders vorgestellt hatten. Eigentlich ist die Fahrt selbst gar nicht so teuer, doch für ein Fahrrad ist eine halbe Erwachsenen-Fahrkarte zu lösen und das treibt den Preis natürlich in die Höhe.

Innvikfjorden

Doch der Ärger ist schnell verflogen und so radeln wir die 60 am Innvikfjorden entlang und umrunden ihn in einem grossen Bogen. Die Strecke führt in schöner Umgebung über eine enge Strasse nach Stryn. Darüber, dass diese Strasse so eng ist, beschweren sich jedoch die Anwohner und demonstrieren. Plakate weisen in altnorwegischem Dialekt auf die Mißstände hin und ein kleines Theaterstück wird aufgeführt, in dem es, wie man uns übersetzt, um frühere Zeiten geht, wo die Strasse dem Verkehr noch gewachsen war. Selbst die norwegische Verkehrsministerin hat sich wohl schon vor Ort einen Überblick über die Lage verschafft.

Nach einem obligatorischen Foto geht es für uns weiter zum Supermarkt nach Stryn, wo wir erst einmal gemeinsam für das Abendessen einkaufen. Auf der 60 geht es anschliessend bergauf zum Hornindalsvatn, dem mit 514 m Tiefe tiefsten Inlandgewässers Europas. Viel sehen tut man davon aber natürlich nicht. Wir suchen nach einem geeigneten Plätzchen für unsere Zelte. Volker hatte uns versichert, er würde immer einen Platz finden, egal wie steil und unzugänglich die Landschaft sei. "Ok", hatten wir gesagt, "dann mal los!" Nach einiger Suche kehren wir doch um, fahren ein kurzes Stück am See zurück und belegen nach den heutigen 68 km ein kleines Fleckchen mit gemähtem Rasen direkt am See. Der vermutliche Besitzer des Rasenstücks im Haus gegenüber öffnet entweder nicht oder ist nicht zuhause und so beschliessen wir nach einem ausgiebigen Bad, unsere Zelte hier aufzuschlagen. Wir kochen gemeinsam und auch heute erzählen wir noch bis tief in die Nacht und liegen erst spät in unseren Schlafsäcken.



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