32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 13: 11.08.02

Wie gerädert wachen wir am nächsten Morgen auf. Um 7.30 Uhr legt die Fähre endlich ab und zurück bleibt der Widerhall des Motorengeräusches, das sich als Brummen in unserem Gehör noch eine ganze Weile lang einnistet. Wir drehen uns erleichtert noch einmal um und versuchen, noch etwas zu schlafen. Doch als die Fähre dann das zweite Mal wiederkehrt, packen wir in Rekordzeit zusammen und fahren mit dem nächtlichen Ruhestörer für 50 NOK hinüber nach Gjermundsham. Dort zwingt uns prasselnder Regen zum ersten Mal auf dieser Tour in die volle Regenmontur. Auf einer überdachten Sitzbank an einer Tankstelle warten wir vergebens auf Besserung. So geht es in strömendem Regen Richtung Norden auf der R48 am Öynefjorden entlang, von dem wir aufgrund des Wetters aber nicht allzuviel sehen.

Zeltplatz Kvinnherad

Vorbei an Mundheim geht es bei anstrengender Steigung Richtung Eikelandsosen durch eine Landschaft wie im tropischen Regenwald. Überall stehen dichte Nebelwolken tief über und zwischen den Baumkronen. Wir biegen ab auf die 552 Richtung Fusa und schlagen auf dem dortigen Campingplatz nach 46 km Regenfahrt unser Zelt auf. Die 90 NOK und 5 NOK pro Dusche sind angemessen, da der Platz schön gelegen, grosszügig angelegt und neu ausgestattet und sauber ist. Allerdings plagen uns sehr stressige, beissende kleine Insekten und rauben uns beim Essen den letzten Nerv, so dass wir trotz inzwischen aufklarendem Himmel schnell die Flucht ins Zeltinnere antreten.

Zumindest bietet sich so ausreichend Zeit, unser Tagebuch einmal wieder zu vervollständigen und die Strecke für den nächsten Tag zu planen. Denn die planen wir, im Hinblick auf das gesteckte Fernziel, meist erst am Abend vorher. Und unser nächstes Ziel heisst Bergen und auf diese Stadt haben wir uns auch schon in Deutschland gefreut, auch wenn uns der Zweitname "Regenloch Bergen" doch etwas zu denken gibt und wir schon befürchten, keine trockene Minute in dieser schönen Hafenstadt verbringen zu können. Wir nutzen das letzte Tageslicht, um noch etwas in unseren Büchern zu lesen.



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