32 Tage Norwegen per Rad
30.07. bis 30.08.2002


Tag 10: 08.08.02

Unter bewölktem Himmel, aber ohne Regen packen wir das Zelt und unsere Sachen zusammen und fahren relativ früh los. Es geht weiter auf der Landstrasse R13 in Richtung Inland ins Ryfylke. Nach knapp 20 km fällt uns allerdings ein, dass wir ja kaum noch Bargeld haben. Wir hatten in der morgendlichen Aufbruchstimmung natürlich total vergessen, vorher noch nach einem Geldautomaten zu suchen. Jetzt stehen wir an einer Tankstelle und die nette Besitzerin telefoniert für uns herum, wo denn in der Nähe einer sein könnte. Doch die nächste Bank befindet sich erst in Odda. Eindeutig zu weit für den heutigen Tag. So wird es wohl nichts mit der Jugendherberge in Nesflaten, in der wir heute zu übernachten geplant hatten. Sparen ist angesagt!

Also machen wir uns stattdessen auf die Suche nach einem wilden Zeltplatz. So fahren wir am Suldalsvatn entlang. Viele Tunnel, teils unbeleuchtet und mit Kurve, mal bergauf und mal bergab, unterbrechen den freien Blick auf die schöne Umgebung, ein Zeltplatz findet sich hingegen leider nicht. Überall geht es links am Strassenrand steil bergauf und rechts am Strassenrand, hinter der Leitplanke, steil bergab zum See. So bleibt uns nichts anderes übrig, als weiter zu fahren. Wir schlagen den Weg hoch ins Brattlandsdalen Richtung Norden ein. Auch hier bietet sich kein auch nur ansatzweise geeignetes Plätzchen für unser Zelt, so dass wir schon damit rechnen, den auf der Karte eingezeichneten Campingplatz in Lono nehmen zu müssen. Hoffentlich ist der nicht zu teuer! Auf dem Weg kommen wir an einem imposanten Wasserfall vorbei, wegen dem am Rande der Strasse auch schon ein Parkplatz zum Rasten und Picknicken angelegt worden ist. Steffi tauscht bei einem Wohnmobilisten 20 EUR ein und schlägt diesem vor, uns dafür 120 NOK zu geben. Natürlich hat sie sich verrechnet, doch der Herr verzieht keine Miene und nimmt den "guten" Kurs mit der Freude, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, an. Wir ärgern uns, als wir den Irrtum bemerken, wundern uns aber eigentlich noch viel mehr darüber, dass jemand den offensichtlichen Irrtum nicht aufdeckt, sondern das Geld profitfreudig einsteckt, obwohl man uns eigentlich ansieht, dass wir nicht gerade mit überschwenglichem Reichtum gesegnet sind.

Tunnel am Suldalsvatn

Das frische und eiskalte Quellwasser aus dem Wasserfall füllen wir in unsere Flaschen und fahren weiter Richtung Campingplatz. Die Strecke wird sehr schlecht, da sie umfangreich über mehrere Kilometer erneuert wird und wir uns durch eine endlose Baustelle über groben Schotter quälen müssen. Den Punkt auf der Karte, bei dem der Platz eingezeichnet ist, haben wir erreicht, doch einen Campingplatz gibt es hier nicht mehr, so klärt uns die ehemalige Besitzerin in einem nahegelegenen Bauernhof auf. Doch auf dem weiteren Weg würden wir an einen See kommen, wo wir einen Platz für unser Zelt finden müssten. Also los! Das Plätzchen am See liegt zwar auf einem schrägen Hang und ist mit Steinen reichlich gesegnet, aber mit einigen
schweren Brocken an den Zeltleinen hält das Zelt dann doch irgendwie. In wirklich faszinierender Stille und umgeben von imposanter Bergkulisse kochen wir unser Abendessen und nur ein einsamer Ruderer teilt das Tal mit uns. Natur pur, fast für uns alleine!



Tagebuch Tag 9 Tagebuch Tag 11

Startseite

© 2002 - 2005 Reiseleben.de